Eindrücke der feierlichen Premiere 2: Die Präsentation der Filme


hier exklusiv: alle wichtigen Informationen über die Vorstellung der sechs Filme auf der Premiere

Im Uhrzeigersinn wurden die Filme der einzelnen Zooms gezeigt. Den Anfang machte „Zoom Ost“ mit ihrem Film „Die Erinnerung bleibt“. Eine einfühlsame Geschichte über ein Mädchen, das versucht den Unfalltod ihrer Freundin zu verarbeiten und sich im Alltag nicht mehr zurechtfindet. Im Interview auf der Bühne berichtete das Team, dass sie sich besonders von der Stimmung und den Orten im Zoom inspirieren lassen haben. Der Friedhof und das Krankenhaus brachten sie auf die Idee eine Geschichte über das Thema Trauer zu drehen. Besonders toll waren die schauspielerischen Leistungen der Teilnehmerinnen und ihrer Freunde, die sie für den Dreh engagierten. Begeistert haben aber auch die Kameraeinstellungen, die das Verlorensein des trauernden Mädchens in eindrucksvollen Bildern umsetzten. Trotz der winterlichen Kälte haben die Filmemacher/innen vollen Einsatz bewiesen: „Wir mussten immerzu niesen, dann wieder vor die Kamera, schnell Teetrinken, niesen und wieder vor die Kamera“ berichtet Valeska auf der Bühne.

Das Team „Südost“ nutzte eine alte leerstehende Fabrik in ihrem Zoom um gesellschaftskritisch auf falsche, durch das Fernsehen transportierte, Vorstellungen über die Träume Jugendlicher zu verweisen. In der „Fabrik“ kann jeder auf magische Weise für eine kurze Zeit seinen Traum leben: ein Millionär, ein Rockstar oder ein Topmodel. Doch der Film fragt: Sind das wirklich die Träume der Jugendlichen von heute? Im Gespräch auf der Bühne ist Christian Moris Müller besonders davon begeistert, dass die Nachwuchsfilmer die alte Fabrik „durch ihren Blick total verändert und zum neuen Leben erweckt“ haben. Unterschiedliche Kameraperspektiven, mit viel Mühe und Detailgenauigkeit eingesetzte Requisiten und kreative Ideen für die bildliche Umsetzung der Erzählstruktur, wie zum Beispiel eine Trickfilmsequenz, zeichnen die filmische Arbeit dieses Teams aus.

Eine weitere Facette des Themas Trauer zeigten die Filmemacherinnen vom „Zoom Süd“ mit ihrem Beitrag „Wegweiser“. Auch hier haben die Jugendlichen einen Friedhof als Dreh- und Inspirationsort ausgewählt. Sie erzählen die Geschichte eines Mädchens, das durch die Hilfe der Menschen aus ihrem Umfeld, die scheinbar unerträgliche Trauer um ihren Vater, zu überwinden lernt. Die drei Filmemacherinnen haben ihr Thema sehr gefühlvoll umgesetzt und mit vielen poetischen Elementen eine rührende Geschichte erzählt. Besonderen Anklang fand die schriftstellerische Leistung eines im Film integrierten Briefes. Doch die drei Mädels waren hinter der Kamera weniger sensibel: „Wir haben uns wohl die schlammigste Stelle des Friedhofs ausgesucht“ erzählt Carmen den Zuschauern - doch von diesen harten Bedingungen ist im Film nichts mehr zu sehen.

„Bei Anruf Glücklich“ ist die surreale Geschichte des Teams von „Zoom West“. Sie handelt von einer Telefonzelle, die Missverständnisse aufklärt und damit traurige Menschen wieder glücklich macht. Das Team griff in der Postproduktion auf ein raffiniertes Mittel der Bildbearbeitung zurück um ihre Geschichte auch auf der visuellen Ebene zu unterstützen. In einer grauen, tristen Umgebung ganz in schwarz-weiß gehalten leuchtet eine alte gelbe Telefonzelle als einziger Farbpunkt. Die Telefonzelle sorgt letztendlich auf quasi magische Weise dafür, dass die Welt der Protagonistin wieder bunt und glücklich wird. An der Arbeit hat den Dreien vom „Zoom West“ besonders das Drehbuchschreiben gefallen und das obwohl sie alle drei „Dickköpfe“ seien, verrieten sie dem Publikum auf der Premiere. So haben sie lange diskutiert, bis die Geschichte stimmte. Aber am Ende konnten doch alle Ideen erfolgreich und ohne Streit zusammen gefügt werden.

In „Norden“ ging es trotz Schneegestöber und eiskalten Boden heiß her. „AGGRObatik“ erzählt von schief singenden Straßen-Punk-Musikern, die im Zoom keiner hören und sehen will. Sie können mit ihren Fähigkeiten alles andere nur kein Geld in ihrem Hut sammeln. Da ist aber auch ein junges Mädchen, das zwar keine Geldsorgen hat, dafür aber Anschluss an ihrem neuen Wohnort sucht - ob da nicht was mit ihren Akrobatikkünsten zu machen sei? Zu dieser Geschichte über Arm und Reich wurde die Gruppe vor allem durch den Kontrast zwischen renovierten und alten heruntergekommenen Häusern in ihrem Zoom inspiriert. Die Geschichte wird mit viel Körpereinsatz, Humor und Einblicken in den Zoom erzählt. Es ist ein sehr witziger Film entstanden, der für viele Lacher im Publikum sorgte und dem man den Spaß an der Filmarbeit anmerkt.

Komödiantische Aspekte haben besonders die Jungs vom „Zoom Zentrum“ eingesetzt. „Ein großer Irrtum“ erzählt die Geschichte eines Reporters und seines flapsigen Praktikanten, die den heißen Tipp zu einem mysteriösen Deal gleich im Zentrum der Stadt bekommen. Eine Story, die den Durchbruch ihrer Karriere bedeuten könnte – aber Moment mal was wechselt in der versteckten Brache mit der Yenidze im Hintergrund eigentlich heimlich den Besitzer? Der Film erinnert ein bisschen an Tim und Struppi, ein bisschen auch an Slapstick Klassiker, in jeder Szene ein Gag. Das Filmteam hat die Augen im Zoom offen gehalten und sich durch Details inspirieren lassen. So ist zum Beispiel die glorreiche Szene mit zwei Straßenschildern entstanden, die die Reporter sich als Tarnung vor halten, zu schön, dass auf dem einen Schild ein großes Ausrufungszeichen prangt! - Ach so, Jungs! Filmfehler? Wo?


Cityzooms Dresden (25.02.2009)

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Bilder

 

Zoom Ost

 

Zoom Südost

 

Zoom Süd

 

Die Mädels vom Zoom West

 

... und die Mädels vom zoom Nord

 

Zoom Zentrum